Gauss-Telegraph: 17 internationale Leute in Braunschweig – Samar Ouadhani

Gauss-Telegraph: 17 internationale Leute in Braunschweig – Samar Ouadhani

von Lena Heinecke

  1. Hi Samar, stell dich doch einmal kurz vor: Woher kommst du und wie alt bist du? Was ist dein Studienfach? Was sind deine Hobbys?

Ich heiße Samar und komme aus Tunesien. Ich bin 27 Jahre alt und studiere Wirtschaftsingenieurwesen Elektrotechnik im Master an der TU Braunschweig. Meine Hobbys ändern sich immer mal wieder, weil ich gerne neue Sachen ausprobiere, aber besonders gern mag ich Musik, Reisen, Fotografie und Kochen.

  1. Wieso hast du dich damals für Braunschweig als Ort für deinen Auslandsaufenthalt entschieden? Wann bist du nach Deutschland gekommen und wie lange lebst du schon in Braunschweig?

Im Frühjahr 2014 habe ich mein Bachelor-Studium in Braunschweig begonnen. Davor hatte ich einen Deutschkurs in Bremen absolviert. Ich habe mich unter anderem für die TU Braunschweig entschieden, weil man dort auch zum Sommersemester mit dem Studium anfangen konnte, was an vielen anderen Universitäten nicht möglich ist. Außerdem gab es hier die Möglichkeit, die notwendigen Sprachnachweise einige Zeit nach dem Studienbeginn nachzureichen.

  1. Was fiel dir schwer, als du neu in Braunschweig warst und was war einfacher als erwartet?

Als ich ganz neu war, habe ich in einer Facebook-Gruppe gepostet, dass ich internationale Studentin bin und ein Zimmer in Braunschweig suche. Daraufhin hat sich Younouss (der Gründer der Gauss Friends) bei mir gemeldet und mir den ganzen Tag bei der Wohnungssuche geholfen, sodass ich noch am selben Tag eine Wohnung gefunden habe. Daher war die Wohnungssuche deutlich einfacher als erwartet und über ihn habe ich dann auch gleich zu Studienbeginn die Gauss Friends kennen gelernt. Ich konnte mir aber nicht vorstellen, dass es so kompliziert ist, den Vorlesungen auf Deutsch zu folgen. Der Sprachkurs vor dem Studienbeginn reicht dafür lange nicht aus. Eigentlich habe ich das gesamte erste Semester in der Bibliothek verbracht, weil ich alle Materialien und Skripte übersetzen musste, bis ich sie verstanden hatte. Aber mit der Zeit wurde es besser, da ich immer mehr Grundbegriffe gelernt habe. Prinzipiell habe ich es mir allerdings schwieriger vorgestellt, in einem anderen Land mit einer anderen Sprache zu leben. Daran habe ich mich erstaunlich schnell gewöhnt.

  1. Hast du einen Lieblingsort in Braunschweig?

Wenn ich in die Natur möchte, fahre ich häufig nach Riddagshausen. Innerhalb der Stadt mag ich den Handelsweg besonders gerne und abends gehe ich gerne auf das oberste Deck des Parkhauses von Karstadt, von wo aus man einen tollen Blick auf die Stadt hat.

  1. Wie würdest du jemandem die Gauss Friends und das Gauss-Haus beschreiben, der davon noch nie etwas gehört hat?

Ich denke, ich würde ihm oder ihr meine Geschichte erzählen, wie Younouss mir bei der Wohnungssuche geholfen hat, denn das zeigt die Hilfsbereitschaft der Gauss Friends. Außerdem würde ich beschreiben, dass man dort viele Kulturen hautnah erleben kann und dass es ein Ort der Begegnungen ist. Die Dienstagabende sind sehr informativ, es gibt leckeres Essen und jede Woche passiert etwas Anderes.

  1. Was wünschst du dir von den Gauss Friends in der Zukunft des Vereins/des Projekts?

Ich fände es schön, wenn man mehr Konzerte im Gauss-Haus durchführen könnte, man also kleinere, gerne auch internationale Bands einlädt und das dann mit einem Kulturabend verbindet. Außerdem finde ich, man könnte die weitläufigen Kontakte der Gauss Friends nutzen, um auch Exkursionen außerhalb Niedersachsens oder sogar Deutschlands anzubieten. Beispielsweise habe ich ein Praktikum in den Niederlanden abgeschlossen und könnte den Gauss Friends dort vieles zeigen. Ich denke, viele der Vereinsmitglieder haben jede Menge tolle Ideen, die mit genug motivierten Leuten auch umgesetzt werden könnten.

  1. Was sind deine persönlichen Gauss-Highlights? Was ist deine Lieblingsveranstaltung oder -aktivität im Gauss-Haus?

Im März 2020 hat ein Themenabend zu Marokko stattgefunden, bei der eine Band traditionelle Gnawa-Musik gemacht hat. Das war ein unvergessliches Event. Prinzipiell mag ich die Dienstagabende im Gauss Haus und außerdem die Exkursionen, besonders die Harz-Wanderung und die Berlin-Exkursion.

  1. Was macht das Gauss-Haus aus?

Die Atmosphäre des Gauss-Hauses ist sehr familiär und unbürokratisch. Man kann dort viele neue Freunde finden und im direkten Austausch mit Menschen aus anderen Ländern viele Kulturen kennen lernen.

  1. Über welche Kultur hast du während deiner Zeit im Gauss Haus am meisten gelernt?

Ich denke, Asien und ganz besonders Indien hat mich am meisten fasziniert. Ich kannte schon etwas indisches Essen, aber habe durch indische Freunde wie Rohit und die Events der Gauss Friends, zum Beispiel die Feier von Diwali (dem indischen Lichterfest), viel über die vielfältigen Aspekte dieser Kultur gelernt. Gerne würde ich mal nach Indien reisen.

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