Gauss-Telegraph: 17 internationale Leute in Braunschweig – Alexandra

Gauss-Telegraph: 17 internationale Leute in Braunschweig – Alexandra

von Lena Heinecke


  1. Hi Alexandra, stell dich doch einmal kurz vor: Woher kommst? Was und wo hast du studiert? Was sind deine Hobbys?

Hey Lena, ich komme aus Lübeck und ich habe meine B. Sc. und M. A. in BWL an der TH Lübeck abgeschlossen, meinen Bachelor mit der Vertiefungsrichtung International Management and Business. In meiner Freizeit mache ich gerne Sport, zurzeit hauptsächlich Fitness und Yoga. Außerdem reise ich sehr gerne, befasse mich mit anderen Kulturen und lerne gerne Sprachen.

  1. Was ist dein Bezug zur Interkulturalität? Wieso interessierst du dich für andere Kulturen und gibt es einen bestimmten Zeitpunkt oder ein Ereignis, wann das Interesse begonnen hat?

Tatsächlich wollte ich während meiner Schulzeit gerne ein High-School Jahr in den USA machen. Das habe ich aber nie und dachte mir, dann gehe ich während meines Studiums ins Ausland. Um erst mal mein Englisch zu verbessern, wollte ich an einem Buddy Programm teilnehmen und habe eher durch Zufall am China Buddys Programm teilgenommen. Durch meine Buddys habe ich viel über China und die chinesische Kultur gelernt und wollte alles gerne vor Ort selber erleben. Daher habe ich mich erfolgreich auf ein Stipendienprogramm der Provinz Zhejiang beworben und dann ein Jahr in Hangzhou studiert. Anschließend habe ich ein Projekt, über ein Stipendienprogramm der TH Lübeck, in Shanghai absolviert. Im Master wollte ich unbedingt wieder eine ganz neue Kultur erleben und habe mich dann für ein Auslandssemester in Jordanien entschieden. Ich finde es sehr spannend, andere Länder und Kulturen selber zu entdecken und über ihre Geschichte, Politik etc. von Einheimischen zu erfahren. Natürlich lerne ich dadurch auch mehr über mich selbst. Es hat mir auch ein erweitertes Bewusstsein für den „selbstverständlichen Luxus“, in dem wir in Deutschland leben und für die Privilegien, in die wir hinein geboren sind, geschaffen, für die wir sehr dankbar sein sollten. Ich denke, Reisen und das Zusammenleben mit Menschen anderer Kulturen trägt sehr zur Weiterbildung und persönlichen Entwicklung bei.

  1. Du arbeitest inzwischen für das Gauss-Haus Projekt. Wieso hast du dich dazu entschieden, dich hier zu bewerben?

Ich habe während meines Masterstudium zwei Forschungen zum Thema Kulturschockerfahrungen der Generation Y durchgeführt. Die Ergebnisse durfte ich auf der EURAM Conference 2019 in Lissabon vorstellen. Dort konnte ich mich mit Doktorand*innen und Professor*innen zu den Themen Expatriate Management und Cultures and Management austauschen und fand die gesamte Forschungsumwelt sehr interessant. Daraufhin habe ich dann eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin gesucht. Mit dem Hintergrund meines Interesses an Kulturen, war die Stelle an der TU Braunschweig mit der Arbeit am Gauss-Haus Projekt sehr passend.

  1. Was war dein erster Eindruck vom Gauss-Haus?

Mich hat das Gauss-Haus sehr stark an eine Organisation in Jordanien erinnert, die sich Shams Community nennt. Einmal wöchentlich kommen Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammen, diskutieren über bestimmte Themen und essen dabei vegane Gerichte. Die Werte sind vergleichbar, nur geht es mehr um die Diskussion bestimmter Themen, als um die Vorstellung verschiedener Länder/Kulturen. Allerdings kann man an beiden Orten durch Kommunikation viel über andere Länder, Kulturen und Mentalitäten erfahren, als auch sein Bewusstsein für die eigene Kultur und Mentalität stärken. Es ist sehr schön, dass es überall auf der Welt solche weltoffenen Orte gibt, an denen Diversität die Chance zum Zuhören, Austausch, Perspektivwechsel, zur Reflektion und zum Lernen bedeutet.

  1. Wie würdest du jemanden, das Gauss Haus beschreiben, der davon noch nie etwas gehört hat?

In Kurzform: Als einen Ort zur Integration und Internationalisierung, an dem jeder willkommen ist.

  1. Was sind deine persönlichen Gauss-Highlights? Was ist deine Lieblingsveranstaltung oder –aktivität im Gauss-Haus? Was wünschst du dir für die Zukunft?

Eines meiner bisherigen Highlights war der Weihnachtsworkshop. Für manche Gäste im Gauss-Haus sind dieser Workshop, Santa Gauss, das Chinesische Neujahr, Diwali etc. interessante Veranstaltungen. Für andere hingegen, die an diesen Tagen weit weg von ihrer Familie sind und lieber in ihrer Heimat wären, von wirklich wichtiger, emotionaler Bedeutung. Sich dies bei solchen Festen vor Augen zu führen, ist schon sehr berührend. Ein weiteres, bisheriges Highlight war der Marokkoabend. Es war nicht „nur“ ein Vortrag über das Land, sondern ein wirklich kulturelles Erlebnis mit traditioneller Musik, Kunst, Kleidung etc. Es war auch sehr berührend zu sehen, wie alle Gauss Friends arabischer Herkunft in der Musik und dem Tanz aufgeblüht sind und alle anderen dazu motiviert haben, ihre Kultur mit zu feiern. Für unsere arabischen Freunde hat das, glaube ich, ein Heimatgefühl erzeugt; für alle anderen Gäste war es ein pures Kulturerlebnis. Das war ein idealer Kulturabend. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir an den Länderabenden häufiger solche Erlebnisse schaffen können.

  1. Was macht das Gauss-Haus deiner Meinung nach aus?

Respekt, Toleranz und Offenheit gegenüber jedem, durch die Menschen – mögen sie in jeglicher Hinsicht noch so divers sein – in einer familiären Atmosphäre zusammenkommen können.

  1. >Wenn du irgendwo auf der Welt gratis hinreisen könntest, welchen Ort würdest du dir anschauen wollen?

Ich würde eine Reise durch möglichst viele Länder der arabischen Welt und des Ost-/Südostasiens machen – aber ich würde in jedem Land ein paar Wochen verweilen, um die jeweilige Kultur kennen zu lernen.

  1. Was ist dein Tipp für jemanden der sich für andere Kulturen interessiert, aber kaum Kontakt zu Menschen aus andere Kulturen hat?

Suche den Kontakt zu Menschen aus anderen Kulturen. Erst wenn du mit Einheimischen interagierst und Menschen dir von ihrem Leben und ihren Erfahrungen berichten und dich an ihren Traditionen teilhaben lassen oder du für eine Weile mit ihnen lebst, lernst du die Kultur zu verstehen.

 

 

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